Tag Archives: Therapie

family affairs

2 Jan

Heute Morgen stand wieder ein Therapietermin auf dem Plan. Ein spezieller Termin, denn heute habe ich meine Eltern mitgenommen. Nach einem Familiendesaster am 24. Dezember fand ich es an der Zeit, mal einige Dinge auf den Tisch zu bringen, zu diskutieren und aus der Welt zu schaffen. Man sollte ja meinen, dass dies ohne Therapeut auch möglich wäre. Nur wer meinen Papa kennt, der weiss, dass er sich solchen Gesprächen gerne entzieht, weil sie ihm unangenehm sind (wem nicht). Ausserdem ist ein neutraler Raum mit einem «Mediator» super, weil die Worte vielleicht gewählter gesetzt werden und alle Beteiligten den Raum erhalten, der notwendig ist. Ich denke, es war eine gute Idee, dieses Gespräch zu führen. Es war gut, dass ich meinen Eltern meine Sicht der Dinge sagen konnte ohne Angst zu haben, dass sie als Vorwurf aufgefasst werden. Es war gut, dass meine Eltern mal konkret sagen konnten, was in ihnen vorgeht. Und das alles in einer ziemlich entspannten Atmosphäre. Das einzig unentspannte war mein Magen, der sich ziemlich deutlich zu Wort gemeldet hat.

Und zwar so deutlich, dass ich es kaum mehr erwarten konnte, zuhause zu sein und zu kochen: Nudeln mit Erbsen-Ragout und Stremel-Lachs :-)

140202_5791

Rezept für eine Portion (ca. 485 kcal)8in4_pict
60 g Steinpilz-Nudeln kochen. 150 g TK-Erbsen die letzten 4-5 Minuten mitkochen. In der Zwischenzeit 1 EL Magerquark und 1 EL Joghurt-Frischkäse mit 2-3 EL Nudelwasser, 1/2 EL Wasabi-Paste und 1 EL Zitronensaft verrühren und erwärmen. Mit Salz und Gewürzen nach Wahl abschmecken. Ich habe – passend zum Wasabi und zum Lachs – die zen garden-Gewürzmischung von «elements of spice» gewählt. Die Sauce mit Nudeln, Gemüse und 50 g Lachs mischen und anrichten.

Zum Nachtisch habe ich mir wieder ein kleines Tartufo gegönnt – mit zwei grossen Tassen Tee.

140102_5794

Jetzt gibt es ein kleines Nachmittagsschläfchen (das Wetter ist so mies, dass sich das unbedingt anbietet), bevor ich mich ans Rudergerät setze und die erste Sporteinheit im neuen Jahr runterspule. So wie es ausschaut, warten Robinson und Freitag schon lange auf die heutige Kuschel-Zeit…

Advertisements

Organisation ist alles

10 Sep

Trotz so richtig miesem, oberfiesem Wetter bin ich heute Morgen – gemäss meinem Vorsatz – um 5.30 Uhr aufgestanden. 15 Minuten meditiert habe ich auch, wobei ich zuerst den Heizlüfter vom Dachboden hervorkramen musste, denn in meinem Atelier ist es inzwischen recht frisch geworden. Und beim Meditieren mag ich es nun mal gar nicht, wenn mir die Füsse abfrieren. Wenn ich recht überlege, mag ich es überhaupt nicht, wenn mir die Füsse abfrieren. Naja. Nachdem ich auch den zweiten Tagespunkt auf dem erst kürzlich erworbenen Wand-Wochenplaner abstreichen konnte, musste ich mich schon beinahe beeilen, um vor der Therapie noch duschen zu können.

Dieser Wandwochenplaner ist schon was Praktisches – da passt wirklich alles drauf. Und ich gebe mir Mühe, am Sonntag immer alles für die nächste Woche einzutragen, weil ich doch oftmals so verpeilt bin und immer mal wieder das eine oder andere vergesse. So versuche ich, mich selber etwas in den Griff zu bekommen. Wie auch immer, ich also los in die Therapie, bereits etwas knapp. Und dann staunte ich im Wartezimmer, dass ich noch so lange warten musste. Ich staune so lange, bis mir die Dame vom Empfang mitteilte, dass meine Therapiestunde erst morgen angesetzt ist…

Was lerne ich daraus? Ein Wochenplaner ist phantastisch, so lange ich meinen Kopf soweit beisammen habe, dass ich die Termine richtig eintrage, bzw. am korrekten Ort anpinne. *grummel*

Die frei gewordene Zeit habe ich für ein Schläfchen genutzt. Danach wurde der Herd angeworfen, um Brombeermarmelade einzukochen. Richtig lecker, mit Ingwer, einer Spur Muskat und Kardamom. Bin selber ganz erstaunt, wie gut die geworden ist. Muss mich richtig selber loben. ;-)

130910_2670

 

Streichtag *seufz*

29 Mai

*seufz, seufz, seufz, seufz, seufz…* Heute ist mal wieder einer dieser Tage, die eigentlich nur dazu taugen, ersatzlos aus dem Kalender gestrichen zu werden. Mindestens was mich betrifft. Keine Lust auf gar nix, müde, Rückenschmerzen, unmotivierte Fressgelüste und was weiss ich noch alles. Dabei wäre doch heute ein Tag, an dem ich raus müsste, irgendwo auf einen Gipfel, zu Ehren der Erstbesteigung des Mount Everest durch Edmund Hillary und Tenzing Norgay. Aber eben… Ausserdem lag der Schnee heute Morgen mal wieder fast bis vor die Haustüre. Wann hört denn das endlich auf! Selbst als sich die Sonne kurz zeigte, wehte ein saurer Wind, der eher an späten November erinnert, als an späten Mai. Entsprechend kalt war es heute Morgen auch in meinem Häuschen. Und einschüren durfte ich nicht, weil auf Mittag der Schornsteinfeger angemeldet war. *bibber* Der kam dann auch – mit «Schnupperstift». Und jetzt ist mein Schornstein wieder wie neu. :-)

130529_5982

Freitag hat sich inzwischen auch wieder beruhigt. Der war ganz panisch durch die fremden Geräusche im Holzofen und hat sich im hintersten Winkel unter dem Kachelofen verkrochen. Ich staune immer wieder, dass sich Robinson durch solche Sachen viel weniger aus der Ruhe bringen lässt, als die forsche Schwarzfellnase. Dafür wird mich Robinson morgen wieder einmal sehr doof finden – ich muss mit ihm zum Tierarzt: sein gefühlloses Pfötchen ist auf der Unterseite geschwollen und rissig, ausserdem will ich endlich diese schwarzen Flecken auf der Nase analysiert haben, die kommen und gehen. Glaube nämlich dem vorherigen Tierarzt nicht, dass da alles in Ordnung sein soll. Genau, wie bei den Pfoten. Da ist etwas einfach nicht in Ordnung. *seufz*

Übrigens scheinen auch die Bäume dieses unterirdische Wetter satt zu haben. Mindestens wirkt dieser einzelne, blühende Zweig wie ein stummer Protest für mehr Wärme. Das habe ich noch nie gesehen. Am liebsten würde ich dem armen Kerl einer meiner Heizlüfter zu Wurzel stellen.

130529_5984

Morgen ist wieder einmal Therapie angesagt. Die zwei Wochen dazwischen kamen mir vor, wie eine Ewigkeit. So wie alles, was zurück liegt. Merkwürdiges Gefühl. Vermutlich liegt das jedoch auch an meinem beschissenen Schlafrhythmus. Ich muss echt aufpassen, dass ich nicht in eine Tag-Nacht-Verschiebung reinrutsche. Objektiv gesehen wäre das momentan zwar nicht so tragisch, aber ich will das einfach nicht. Alles was ich möchte ist, zu einigermassen «normalen» Zeiten einschlafen zu können – und das ohne Schlafmedikamente. *grummel* Aber das Rumgrummeln nützt ja auch nix, denn das liegt alleine in meiner Hand.

Wenn ich morgen übrigens schon mal unterwegs bin, werde ich gleich noch einen Vitaparcours suchen. Ich brauche eine Reckstange, um meinen Rücken irgendwie wieder ins Lot zu bringen. So zusammengestaucht im Kreuz war ich schon Jahre nicht mehr. Aber was soll ich sagen…, auch ich werde älter. *seufz*

Der Umzug rückt näher…

26 Apr

Mit Riesenschritten rückt der Umzug näher und meine Wohnung fühlt sich gar nicht mehr an, wie eine Wohnung, als mehr wie ein Lager. Überall Kisten, kein Geschirr mehr (nur noch die kaputte Teekanne, meine grosse Teetasse, eine Pfanne, ein Topf, Plastikbesteck und Pappteller) und nur noch ein paar wenige Kleider. Mit Musik ist auch nichts mehr – die Anlagen sind weggepackt. Und heute habe ich auch noch das Hochbett abgebaut. Unter starkem Protest von Freitag. Nachdem schon die Katzentreppe mit Ausguck weggeschraubt wurde, ist der letzte hohe Rückzugsort weg. Was für ein Ärger. Robinson hingegen findet das cool. Er klettert ja nicht so gerne. Und momentan kann er ebenerdig auf die Matratze laufen, was ihm sichtlich gefällt. Ich selber habe versucht, dem Umzug die kreative Seite abzugewinnen, was mir nur bedingt gelungen ist. Es ist aber schon so, dass durch den Sucher das Ganze seinen stressigen Charakter ein wenig verliert…

IMG_3879 IMG_3912IMG_3910IMG_3904   IMG_3913 IMG_3914 IMG_3915 IMG_3917

Noch habe ich mir die Energie aus dem Südtirol erhalten können. Die paar «einsamen» Tage dort haben mich so richtig schön aufgetankt. Selbst mein Knie macht keinen Ärger mehr. Und mein Hinterteil protestiert nur mehr bei harten Stühlen. Das ist vermeidbar. :-) Heute Morgen war Therapie angesagt. Mein Therapeut hat mit mir die Zukunft ein wenig beleuchtet. Ein Thema, bei dem ich mich immer noch nicht sehr wohl fühle. Ist auch ein komischer Gedanke für mich, ZUKUNFT. Ich weiss nicht, wie es anderen dabei geht, die ernsthaft aus dem Leben gehen wollten und sich doch wieder darin wiederfinden und sich dann mit der Zukunft auseinandersetzen müssen. Es scheint, als sei diese Zukunft noch sehr gut verpackt, so dass ich nicht einmal erahnen kann, was sie für mich bereithalten soll. Deswegen bin ich sehr froh, dass ich nicht alleine damit da stehe, sonder professionelle Hilfe habe. Vorerst vorallem durch meinen Therapeuten und meinen Sozialberater. Und für den beruflichen Bereich dann hoffentlich die IV. Wenn mir das jemand vor ein paar Monaten gesagt hätte, dass ich mal von wildfremden Leuten und von aussenstehenden Stellen Hilfe annehmen kann und will, dann hätte ich verächtlich lachend abgewunken. Aber wenn ich eine Zukunft haben soll, dann geht es nicht ohne Hilfe. Gerade beruflich kenne ich nun einmal nur die Dinge, die ich bis jetzt gemacht habe. Und das sind ja nicht wenige. Ich habe nur keinen Plan, wie ich mein Leben so gestalten kann, dass ich mir meinen Lebensunterhalt verdienen kann, ohne mich dabei bis zur Unkenntlichkeit aufzugeben. Naja, daran mag ich jetzt gerade nicht zu doll denken. Muss mich jetzt auf den Umzug konzentrieren.

A propos Umzug: viele Kisten in der Wohnung sind eine ständige Gefahr für wehe Zehen, wenn man beim Durchlatschen nicht genug aufpasst. Wehe Zehe deshalb, weil ich heute beim Doc war, um abzuklären, ob operiert werden muss, oder nicht. Der Doc ist echt cool, hat ein Skalpell genommen, um die verätzte und inzwischen verhärtete Wucherung abzuschneiden. Ohne Betäubung, versteht sich. Weil ja verhärtet und deswegen gefühllos. *lach* Nur hat er auch noch Lebendmaterial mitgeschnitten. Man hat das geblutet. Und seine Reaktion war recht lustig: «Oh, das sprudelt gerade ziemlich. Ich habe Ihnen doch nicht wehgetan?!» *grins* Neeeeeeein, nur weil ich nicht hysterisch aufkreische heisst das natürlich, dass ich nichts spüre. Naja, deswegen verziehe ich jetzt jedes Mal ziemlich das Gesicht, wenn ich in eine Kiste donnere. Angenehm ist anders…

Lustig waren auch die zwei Typen von der Umzugsfirma, die mir heute Abend die Kisten und das Verpackungsmaterial vorbeibringen wollten, das ich vor gut zwei Wochen bestellt hatte. Zum Glück haben sie eingesehen, dass ich das zwei Tage vor Umzug nicht mehr brauche. Hoffentlich ist die Firma beim Abbauen, Aufbauen, Einladen und Ausladen professioneller. Sonst bleibt mir immer noch der tröstende Gedanke, dass sie bis 100’000 Franken versichert ist. :-/

Ich finde es übrigens schön, dass ich meine beiden Samtpfoten wieder um mich habe. Das Aufwachen hat gleich eine ganz andere Qualität, wenn ich in zwei pelzige Gesichter schaue, die sich sichtlich freuen, dass Dosie aufgewacht ist. Wenn es auch nur deswegen ist, weil der Appetit gross ist. *smile* So hat auch das Zuhause sein seine wirklich gute Seiten. Selbst mit Umzug.

April, April…

21 Mrz

…der macht, was er will! Was? Ist noch nicht April? Aha, hmmm, ich dachte schon. Hier wechselt sich nämlich wieder Sonne mit Schneefall. Und wenn sich die beiden nicht entscheiden könnten, dann fällt auch mal Schnee, während die Sonne scheint. Das schaut dann so hübsch aus und es ist schade, dass meine Kamera das nicht so einfangen kann, wie mein Auge. Naja, vielleicht gibt es nun einfach mal Dinge, die man selber gesehen haben muss. Es ist ja nicht notwendig, immer alles gleich wieder abzubilden. (Aber schade ist es doch. *grummel*)

Mein Ausflug auf die Insel Mainau ist gestern buchstäblich ins Wasser gefallen. Ich bin nach der Therapie bei strahlendem Sonnenschein weggefahren und 50 km weiter weg in dicken schwarzen Wolken und wolkenbruchartigen Regenfällen gelandet. Was für ein Reinfall. Nun ist es ja nicht so, dass ich aus Zucker wäre, aber so viel Wasser von oben brauche ich dann doch nicht. Und meine neue Kamera mag ich jetzt noch nicht auf ihren Spritzwasserschutz testen. Also habe ich in Konstanz ein paar Kilometer Weg abgespult, bin da in einen Laden rein und dort. Bei Drogi Müller war ich lange drin. Ich staune immer wieder, wie gross sein Angebot ist. Alleine zum Schauen ist das toll, toller, am tollsten. Ich weiss auch nicht, ob der in Konstanz wegen den ganzen einkaufswütigen Schweizern so gigantisch ist. Vermutlich schon. Es waren auch fast nur Schweizer drin. Ich war mir manchmal gar nicht mehr sicher, ob ich überhaupt in Konstanz bin, weil überall Schweizerdeutsch gesprochen wurde. Dabei war gestern ein stinknormaler Mittwoch. Tja. Einen neuen Duft mit einer ganz speziellen Note von Kenzo habe ich entdeckt. Nicht gekauft. *seufz* Dafür ein paar Magazine. Die es bei uns zwar auch gibt, für die ich jedoch 75% mehr zahlen muss. Das sehe ich nicht ein und deswegen boykottiere ich den Magazinverkauf in der Schweiz, wann immer es geht.

Von Konstanz aus bin ich direkt zu Lene gefahren. Erst wäre ich ja lieber gleich nach Hause. Ich war sooooooooooo unendlich müde. Bin im Auto schon fast eingeschlafen. Aber Lene befindet sich gerade in einem ziemlichen Tief, weil sie an eine Ärztin geraten ist, die anscheinend mehr als unfähig ist. Ich darf das sagen, denn ich kenne diese Ärztin auch und ich habe die Behandlung bei ihr verweigert. Jetzt weiss ich, warum. Du liebe Intuition, schön, dass es Dich gibt. Wir haben nun gestern besprochen, wie in ihrem Fall am besten vorzugehen ist. Es ist doch immer wieder das gleiche: wer sich nicht wehrt, geht unter. Ich hasse diese Gesellschaft. Aber echt! Deswegen helfe ich ihr jetzt, sich zu wehren. Ich glaube auch, dass ihr meine Anwesenheit gut getan hat. Das ist schön, zu merken. Der Abend war dann auf jeden Fall noch sehr entspannt. Und die beiden unterschiedlichen Hackfleischstrudel, die Lene zum Abendessen gemacht hat, waren ein Gedicht. Ich bin einmal mehr überessen nach Hause gekommen. Zu oft darf ich mich von Lene nicht bekochen lassen, sonst gehe ich auf, wie ein Ofenküchlein.

A propos Ärztin: ich bin so froh, dass ich an einen vernünftigen Therapeuten und einen vernünftigen Arzt geraten bin. Bei den beiden gibt es überhaupt nichts zu bemängeln. Auch gestern war die Therapie wieder sehr aufschlussreich. Indem ich in meiner Vergangenheit rumstochere, sie hervorrzerre und meinem Therapeuten erzähle, kommt parallel immer mehr zutage. Deshalb bin ich auch gespannt auf nächste Woche. Einerseits bekomme ich da die Auswertung meiner Aufgaben und andererseits verrät er mir sein Fazit zu meinen gestrigen Erzählungen. Ich bin gespannt, ob sich das mit den Vermutungen meinerseits deckt.

%d Bloggern gefällt das: