angenervt

7 Mrz

Ich bin ja bestimmt die letzte, die nicht verstehen könnte, dass jemand freiwillig aus dem Leben gehen will. Was ich aber gar nicht verstehen kann und will ist, dass man das nicht für sich alleine ausmacht, sondern jemandem den schwarzen Peter in die Hand drückt und ihn so ungewollte zum Mörder macht. So geschehen – einmal mehr – heute Abend, als ich mit dem Zug von Zürich nach Hause unterwegs war. Kurz vor Effretikon ging nichts mehr, weil sich wohl beim Zug vorher jemand auf die Schienen geworfen hat. Personenschaden, wie das bei der SBB so hübsch ausgedrückt wird. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie sich dieser arme Zugführer jetzt fühlen muss, der sich dieser Situation machtlos und sehenden Auges stellen musste. Ich selber war natürlich auch deshalb angenervt, weil auf dieser Strecke gleich mal gar nichts mehr lief. Unser Zug wurde unverrichteter Dinge wieder zurück nach Zürich gefahren, wo inzwischen bereits das heillose Chaos ausgebrochen war. Zugausfall hier, Zugausfall da. Und ausgerechnet auch meine Alternativroute nach Hause war gestrichen. *kotz* Der Ersatzzug nach Winterthur war brechend voll, die Temperatur tropisch und die Luft zum Schneiden.

140307_Gedrängel

Dass ich mir in diesen Verhältnissen dann noch 1.5 Stunden die Beine in den Bauch stehen musste, weil der Ersatzzug ständig wieder irgendwelche regulären S-Bahnen oder sonstige Züge durchlassen musste, machte die Sache nicht besser. Zum Glück fühle ich mich in solchen Menschenmassen immer so super toll! *grummel* Als i-Tüpfelchen «beschloss» kurz vor Winterthur dann auch noch ein Mitpassagier neben mir, in Ohnmacht zu fallen – er sackte einfach so in sich zusammen. Ein Wunder eigentlich, dass nicht noch mehr Kreisläufe schlapp machten. Also Platz schaffen, um ihn hinzulegen, Füsse hoch und Wasser organisieren. So unsozial bin ich ja gar nicht. ;-)

Meine Laufeinheit war nach dieser Monsterreise natürlich auch gestorben. Ebenso ein anständiges Abendessen. Bin immer noch am Überlegen, ob und was ich noch essen könnte. Momentan schlürfe ich gerade ein Dosenbier, das ich mir am Bahnhofkiosk erstanden habe. Das musste nach diesem Tag einfach sein. Das sind so die Situationen, in denen einiges an Kalorien zusammen kommt. Passt ja auch: kein Sport und quer-durch-den-Küchenschrank essen. Topi! Normal sollte ich ja auch schon wieder im Bett liegen, weil morgen um 4.30 Uhr Tagwacht ist. Nur bin ich erst eine Stunde zuhause und fühle mich noch gar nicht so richtig bettreif. Saudoof, eigentlich. *seufz* Na, dann Prost…!

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8 Antworten to “angenervt”

  1. georgruss 9. März 2014 um 15:10 #

    Mir ging’s ähnlich, sass im 17:39-Uhr-IC gen Ostschweiz, als die Ansage kam. Bin dann einfach bis zum Flughafen mitgefahren, dort zNacht kaufen gegangen, hab noch beim Starbucks etwas ausgeharrt und bin schlussendlich via Effretikon, Wetzikon, Rapperswil und Wattwil nach Wil gefahren, war gegen 21 Uhr daheim. Mit „Am-Flughafen-Abwarten“ wär ich auch nicht viel später daheim gewesen.

    Also wenn man sich schon vor den Zug wirft, dann doch bitte vor den letzten des Tages :-/

    • Charlotte 10. März 2014 um 22:36 #

      Bei uns kam die Ansage leider erst bei Effretikon, als wir nicht in den Bahnhof einfahren konnten – da war der Unfall vermutlich ganz frisch. Und mit Aussteigen war auch nichts. Ich fahre ja erst seit kurzem wieder regelmässig mit der Bahn und habe bereits jetzt von den vielen Zwischenfällen die Nase voll. *grummel*

  2. blumenelfe 7. März 2014 um 22:42 #

    Mhm… ich finde auch, dass man niemanden mit r einziehen sollte, wenn man mit voller Absicht aus dem Leben scheidet. Schon gar keine machtlosen Zugführer, die damit selbst erst mal klarkommen müssen.

    Blöder Tag, doch dann kann es morgen ja nur besser werden :-)

  3. Britta 7. März 2014 um 22:31 #

    Boah… das klingt nach „Spaß“!
    Tröst! Auch von mir!
    Auf dass es morgen besser läuft – ähm fährt…
    Hab dennoch eine gute Nacht – irgendwie.
    Umarmung,
    Britta

    • Charlotte 7. März 2014 um 23:08 #

      Samstag ist ÖVtechnisch immer besser, als unter der Woche. *hoff* Dafür ist morgen Nachmittag Statistik-Vorlesund. Danach bin ich gleich wieder platt… ;-)
      Ganz liebe Grüsse – und danke für die aufmunternden Worte
      Charlotte

  4. giftigeblonde 7. März 2014 um 22:11 #

    Charlotte komm mal aufn Arm wenn du willst,…mehr kann ich leider nicht tun grad, ansonsten würd ich dich gesund bekochen :-)
    Tröstende Grüße Sina

    • Charlotte 7. März 2014 um 23:02 #

      Das ist lieb, Sina! Habe im Kühlschrank gerade noch einen leckeren Jogurt gefunden aus der Region: Himbeer-Traum. Den habe ich weggefuttert, jetzt bin ich pappsatt. :-) Ansonsten sind solche Tagesabschlüsse nach einem langen Tag für mich halt noch der totale Horror. Deswegen werde ich mir gleich – ausnahmsweise – auch mal wieder eine Schlaftablette genehmigen, damit ich einschlafen kann.
      *drück*
      Charlotte

      • giftigeblonde 8. März 2014 um 09:26 #

        Himbeer Traum,…lecker!!
        Hoffe dein heutiger Tag endet um einiges besser.

        Ganz liebe Grüße Sina

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