unentschieden

9 Feb

Beim Duell zwischen meinem inneren Schweinehund (der alten Sau, der) und mir gab es heute ein Unentschieden. Das wage ich mal so zu behaupten. Heute wäre ein 90minütiger Dauerlauf an der Reihe gewesen. Gestern hätte ich entschieden abgewunken – zu sehr schmerzte mich mein rechtes Knie. Inzwischen bin ich ja überzeugt, dass sich dort der Schleimbeutel querstellt, d.h., dass er entzündet ist. Mit Algifor Forte, einer guten Salbe und vorallem mit einem straffen Verband sah es heute bereits etwas besser aus. Deshalb entschloss ich mich (wider der Bedenken meiner Eltern), doch zu trainieren. Hämisch grinste ich meinen Schweinehund an. :-) Mein Plan war, erst meine Saunautensilien im Fitnesscenter zu deponieren, dann mit den ÖV nach Horn zu fahren, von dort nach Romanshorn zu laufen (ca. 12 km) und mit dem Zug zurück nach St. Gallen. Nun ist es ja so, dass diese doofen Züge nie so fahren, wie man es gerade gerne hätte. In Rorschach wäre ich erst einmal fast 30 Minuten in der Kälte gestanden, bis der Anschlusszug gefahren wäre. Mein Schweinehund witterte Morgenluft und riet mir, das Projekt gleich abzubrechen. Das könne sowieso nur schief laufen, mit dem eingebundenen Knie, das ich bereits wieder spürte und dem komischen Wetter mit wechselnd Sonne und Regen. Aber ich ignorierte ihn und lief halt bereits in Rorschach los.

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Immer schön dem Bodensee entlang, meistens auf dem Radstreifen, weil mir die Fusswege zu voll waren. Leider musste ich die ganze Strecke gegen den Wind kämpfen *keuch*, dafür dominierte die Sonne eindeutig den Regen. Nach rund 5 km hätte ich zusammenbrechen mögen, mein Knie schmerzte wie die Seuche und ich hatte das Gefühl, dass ich mich eher dahinschleppe, als zu joggen. Aber ich wollte nicht aufgeben und biss mich erst einmal durch. Arbon lag endlich hinter mir, Romanshorn aber noch schier unerreichbar weit vor mir. Auch wenn die Strecke hier optisch äusserst reizvoll ist, hing mein Blick mehr an der knallschwarzen Wolkenwand, die wenig Gutes verheissen wollte.

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Als wollten mir die Wolken Recht geben, frischte der Wind merklich auf und urplötzlich prasselte ein Hagelschauer runter. *brrr* Von irgendwoher murrte der Schweinehund, dass dieses Wetter nun doch zu viel des Guten wäre. Und dass ich doch vor 5 Minuten an einer Bahnstation vorbeigelaufen sei, bei der stand, dass der nächste Zug in rund 10 Minuten fahren würde…

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Tja, das war ein schlagendes Argument. Schliesslich konnte ich nicht wissen, wann die nächste Station kommt. Und wann der nächste Zug. Ausserdem war ich ja bereits über eine Stunde unterwegs. Und das Knie schmerzte wirklich. Und überhaupt… *grins* Also Übung abbrechen, runtastic aus und möglichst schnell zurück. Nicht, dass ich den Zug noch verpassen würde. Muss ich erwähnen, dass die Sonne bereits wieder durchdrückte, als ich bei der Haltestelle einlief?

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Ein wenig ärgere ich mich nun doch, dass ich mich nicht noch 15 Minuten länger durchgebissen habe. Rein von der Ausdauer her hätte ich nämlich gut noch etwas weiterlaufen können. Auch das Knie hätte ich noch etwas länger ausblenden können. Deswegen werte ich den heutigen Lauf als «Unentschieden».

140209_Laufstrecke

Die Belohnung folgte nach dem Laufen in Form eines Saunagangs. Bescheuerte Idee für das Knie (bei Schleimbeutel-Entzündung gilt das Prinzip «PECH». Aber für den restlichen Körper eine echte Wohltat. :-) Und gerade eben habe ich für mich alleine eine riesige Portion extrem scharfes, grünes Thai-Curry mit Rindfleisch und viel Gemüse gekocht. Das war auch super lecker…!

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15 Antworten to “unentschieden”

  1. frauenlieben 10. Februar 2014 um 15:14 #

    Achte auf Deine Gesundheit und übertreibe es nicht!

  2. giftigeblonde 10. Februar 2014 um 13:49 #

    Charlotte pass auf, nicht das sich dein Knie auf länger beleidigt zeigt.
    Mit SChmerzen laufen, sagt mein Mann, ist ganz ganz schlecht,..im schlimmstenfall machst du noch mehr kaputt.

    Alles Liebe und achte auf dich meine Liebe
    Sina

    • Charlotte 10. Februar 2014 um 16:34 #

      Dein Mann liegt bestimmt richtig, wenn er vom Laufen mit Schmerzen abrät. Ich bemühe mich deswegen auch sehr, mich zwischen den Trainings zu schonen (heute z.B. habe ich das Knie schön einbandagiert und hochgelagert), nicht mehr Dauerläufe einzuplanen, als unbedingt notwendig und vorallem will ich versuchen, Asphalt wenn möglich zu meiden (gestern war ich fast nur auf Asphalt unterwegs). Ausserdem werde ich mir vermutlich noch ein neues Paar Schuhe mit einer besseren Dämpfung zulegen – diesbezüglich hat sich in den letzten Jahren ja viel getan. Morgen ist nun ja noch mein Laktatstufentest, vielleicht kann mir der Laufexperte ja noch einen Tipp zu meinem Laufstil geben… :-)
      Ganz liebe Grüsse nach AT
      Charlotte

      • giftigeblonde 11. Februar 2014 um 11:46 #

        Bin schon neugierig was du vom Laufexperten hörst zu diesem Thema, liebe Charlotte!
        Liebe Grüße Sina

  3. moma58 10. Februar 2014 um 10:41 #

    Hm, also ich finde es auch als Stärke, aufzuhören wenn solche Schmerzen sich einschleichen. Ich kenne das. LG

    • Charlotte 10. Februar 2014 um 13:30 #

      Ich hoffe ja, dass sich das mit dem Knie einpendeln wird, wenn ich etwas trainierter bin und die Muskulatur gestärkt und so…
      Liebe Grüsse
      Charlotte

  4. ginnietom 10. Februar 2014 um 02:39 #

    kraftvoll und durchhalten, kann nur besser werden…schöne Wehmut beschleicht mich jedoch über die tolle Szenerie, für mich „alte Heimat“ war mal auf der anderen Seite auf der Höri ansässig und hab auf dem See das Segeln gelernt…:-)))
    eine der schönsten Ecken in -D- und bei Euch sowieso….und einen schönen Wochenanfang

    • Charlotte 10. Februar 2014 um 13:28 #

      Die Bodenseeregion ist wirklich sehr schön. Selbst im Winter. Musstest Du aus beruflichen Gründen einen Ortswechsel machen? Ich hatte gestern gerade beschlossen, dass ich im Frühling eine mehrtägige Radtour rund um den Bodensee machen werde. Die 260 km sollten in 3 Tagen relativ locker zu fahren sein – damit auch noch genug Zeit zum Fotografieren bleibt. :-)
      Herzliche Grüsse
      Charlotte

      • ginnietom 10. Februar 2014 um 14:44 #

        …liebe Charlotte…für mich war ZH bis Paris meine Berufsbasis, oft im Flieger, habe für UBs in ZH beraten im IT-Bereich, so ähnlich, wie heute SAP weltweit vorgeht…War dann noch weitere Jahre im Beratungsbereich beim SPONAGEL, Urschweizer Urgestein (für mich meine schönste Zeit), heute leider im Verbund aufgegangen…dort erwischte mich so knall, peng, weg – mitten nach den Ferien die Gesundheit, auf immer mit Martyrium über 6 tiefschwarze Jahre zwischen Himmel & Erde…
        hier wäre ich zugrunde gegangen, gerettet hat mich die Schweiz, mit dem erklassigen Sozialsystem, welches hier immer verteufelt wird…nur unseres hat Riesenlöcher, wenns um wichtige Dinge geht…

        …ich melde mich nachher nochmal zum Volksentscheid – den ich völlig anders sehe…hier wird wieder mal auf die Eidgenossen eingedroschen, völlig verkehrt herum !!!
        CU…

      • Charlotte 10. Februar 2014 um 16:41 #

        Auweh, das ist ja heftig, wenn die Gesundheit sich so quer stellt. Ich hoffe, dass es Dir inzwischen wieder besser geht! Es stimmt, das Sozialsystem in der Schweiz ist schon sehr gut. Klar gibt es auch Lücken und zum Teil Dinge, die nur schwer oder gar nicht zu verstehen sind. Aber im Grossen und Ganzen können wir Schweizer uns diesbezüglich glücklich schätzen. :-)
        Liebe Grüsse
        Charlotte

  5. Britta 9. Februar 2014 um 22:28 #

    Liebe Charlotte, das war ja eine tolle Tour unter widrigen Umständen! Ich find, Du hast das Thai-Curry und ein dickes Lob verdient! Hoffentlich beruhigt sich Dein Knie bald! Klingt ja arg…
    Liebe Grüße,
    Britta

    • Charlotte 10. Februar 2014 um 13:24 #

      Danke, liebe Britta. Mit dem Knie werde ich vorerst wohl leben müssen. Mindestens so lange, wie ich trainiere. Vor drei Jahren wurde am Schleimbeutel etwas gemacht, der nach einem Unfall vernarbt war und aufs Gelenk drückte. Anscheinend liegt dort nun ein Schwachpunkt bei meinem Körper. Aber ich hoffe, dass es mit der Zeit besser wird… :-)
      Herzliche Grüsse
      Charlotte

  6. Patrick H. 9. Februar 2014 um 21:00 #

    Das leckere Thai-Curry hast Du Dir verdient. Schietwetter kann man ja noch ertragen, aber das in Kombination mit den Knieschmerzen….Respekt!
    Sei schön auf der Hut, dass Du Dir da nicht heranzüchtest…
    10 km sind übrigens exakt 10 mehr, als der Schweinehund wollte ;-)

    • Charlotte 10. Februar 2014 um 12:49 #

      Die Knieschmerzen nerven mich wirklich ziemlich. Und am meisten nervt es mich, dass ich dagegen momentan nicht viel machen kann. Schleimbeutelentzündungen wegen Überlastung kann ich nur durch Ruhe kurieren – und zu viel Ruhe mag ich nicht, weil ich momentan so gut im Training bin. Ausserdem kommt die Entzündung wieder, wenn die Ruhe durch ist. Oder ich versuche einen Mittelweg zu finden mit Kompressionsbandagen (die hilft ganz gut), entzündungshemmender Salbe und mit einer entsprechenden Tablette nach dem längeren Training. Und natürlich muss ich versuchen, die Muskulatur in meinen Beinen aufzubauen, damit das Knie entlastet wird. *uff* Aber stolz bin ich schon, dass ich mein inneres, mürrisches Ich überlisten konnte.
      Liebe Grüsse
      Charlotte

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