Like Father, Like Son

2 Feb

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Japan, zwei ungleiche Familien mit Jungs im gleichen Alter, verbunden miteinander durch ein Unglück, das bei der Geburt der Beiden passiert ist.

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Auf der einen Seite stehen der ehrgeizige und erfolgreiche Architekt Ryota, seine liebenswerte, jedoch etwas schwach wirkende Frau Midori und der gemeinsame Sohn Keita. Dieser scheint – sehr zum Leidwesen des ehrgeizigen und traditionsbewussten Ryotas  – nicht nach seinem Vater zu geraten. Auf der anderen Seite sieht man den in einfacheren Verhältnissen lebenden Gemischtwarenladenbesitzer Yudai mit seiner Frau Yukari, die mit ihren drei Kindern zwar das Bild einer ziemlichen Chaos-Familie vermitteln, in der jedoch die Nähe zwischen Eltern und Kindern stark gepflegt wird.

Ein Anruf aus dem Spital, in dem sowohl Keita als auch Ryusei geboren wurden, stellt das Leben der beiden jungen Familien auf den Kopf – die beiden Buben sollen nach der Geburt vertauscht worden sein. Die Ehepaare stehen nun vor der schwierigen Entscheidung, was mit den beiden Kindern geschehen soll. Gefühlvoll, manchmal jedoch auch ein wenig langfädig und klischeehaft zeigt der Regisseur Hirukazu Kore-eda, wie seine Figuren mit dem Thema «Eltern sein» umgehen. Dabei wirft er die Frage auf, ob es nun wichtiger ist, dass ein Kind vom eigenen Blut abstammt oder ob nicht die investierte Zeit und die Gefühle Ausschlag gebend für die Eltern-Kind-Beziehung sind.

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Für meinen Geschmack müsste das Verhältnis der Eltern, bzw. der Väter zu ihren Kindern nicht so extrem unterschiedlich gezeichnet werden, auch wenn ich darin vom Regisseur eine leise Kritik zu erkennen glaube. Eine Kritik an einer zu einseitigen und erfolgsorientierten Gesellschaft. Ausserdem  fehlt mir ein wenig die Sicht der beiden Buben, die wie Schachfiguren zwischen den beiden Familien hin- und hergeschoben werden…auch wenn mir bewusst ist, dass diese Sicht in diesem Film keinen Platz hätte.

Über alles gesehen ist Like Father Like Son ein sympathischer Film, mit einer gesunden Balance von Kitsch und Tiefsinn, dem ich auch die paar langfädigen Szenen wohlwollend verzeihen konnte.

Bildquelle: trigon-film.org

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8 Antworten to “Like Father, Like Son”

  1. Sreejith Nair 4. Februar 2014 um 09:10 #

    Nice shot… :)

  2. nandalya 2. Februar 2014 um 23:00 #

    Du schaust japanische Filme, liebe Charlotte? :D Ich fürchte, dass bei japanischen / asiatischen Filmen oft die Mentalität von „uns“ nicht verstanden wird. Selbst mir ist Japan oft fremd. Und obwohl ich die Sprache spreche, auch die Menschen. Japanische Filme sind oft (scheinbar) langatmig, oder verstörend brutal. Der Film klingt interessant. Aber ich bin zur Zeit nicht in Stimmung für diese Kost.

  3. marliesgierls 2. Februar 2014 um 19:30 #

    Klingt interessant, auch wenn ich deine Einwände nachvollziehen kann. Ich finde es immer spannend an meinem Sohn zu beobachten, was ist da genetisch, was Umwelt, manchmal sehr verzwickt.
    Einen schönen Sonntagabend, lg Marlies

  4. Houdini 2. Februar 2014 um 16:25 #

    Sorry, es ging eigentlich um die Bindung, aber der andere Aspekt interessierte mich im Moment mehr.

  5. Houdini 2. Februar 2014 um 16:20 #

    Ist der Ladenbesitzer der buntere?

    Ein interessantes Thema, ja, was ist wichtiger, Gene oder Umgebung, Familie, Werte, Vorbilder? So gerne man frau ich das vielleicht anders sähen, spielen beide eine Rolle. 50/50? 20/80? Ich weiss es nicht, vermutlich je nachdem, von Fall zu Fall. Zwillingsstudien zeigten Priorität der Gene. Ich glaube an die Wirkung von Erziehungg/Umfeld. Für meine Entwicklung und mein Leben war der Umgang mit Freunden im Alter von 15-20 sehr entscheidend.

  6. blumenelfe 2. Februar 2014 um 16:08 #

    Hört sich trotz den Kritikpunkten sehr interessant an. Ich glaube es ist eine verzwickte Situation, wenn man erfährt, dass das eigene Kind eigentlich doch nicht das eigene ist.
    Auf der einen Seite steht das Kind, das die eigene Gene hat & welches man nach der Schwangerschaft zur Welt brachte und auf der andren Seite das Kind, das man seit Jahren als sein eingeben großziehen. Die entstandene Eltern-Kind-Bindung hängt ja immerhin nicht von den Genen ab. Irgendwie haben 2 Familien also plötzlich ein Kind mehr.

  7. TimeBanditsWorld 2. Februar 2014 um 14:50 #

    würde ich mir auch ansehen

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