SSRI-Absetzsyndrom

7 Dez

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Heute  ist Tag drei auf dem Weg die Antidepressiva bis Ende Jahr abzusetzen. Dass es zu Entszugserscheinungen kommen wird, wenn ich das Medikament abrupt absetze, habe ich zwar geahnt. Aber an diese recht starken körpelichen Symptome hätte ich nicht geglaubt: Mein Kreislauf spielt verrückt und auch mein Gleichgewichtssinn ist ziemlich gestört – ich laufe im Haus herum, als hätte ich einiges über den Durst getrunken. Dagegen nehmen sich die anderen körperlichen Beschwerden, wie Verdauungsstörungen, die Müdigkeit und das fiebrige Gefühl ziemlich harmlos aus. Eigentlich wollte ich ja heute noch einkaufen fahren. Aber momentan wage ich es nicht, mich in ein Auto zu setzen und der Gedanke an ein vollgestopftes Geschäft löst bei mir zusätzliches Unwohlsein aus. Verhungern werde ich die nächsten Tage nicht und meine Katzen sind auch gut versorgt, was ja überhaupt das Wichtigste ist *grins*.

Und ich hoffe mal, dass die Symptome in den nächsten Tagen abklingen, damit ich mich in meiner Haut wieder etwas wohler fühle…

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28 Antworten to “SSRI-Absetzsyndrom”

  1. Eva 5. Mai 2014 um 10:35 #

    so, seit gestern habe ich auch die Dosis um 10mg reduziert und ich stelle mich darauf ein, dass es ein langer und schwieriger Weg wird, aber ich WILL (!!) und MUSS nach über 10 Jahren endlich davon loskommen, besonders wenn ich daran denke, was ich beruflich und privat vorhabe, will ich vorher clean werden.

    Alles wird gut! :)

    • Charlotte 8. Mai 2014 um 23:08 #

      Hey, super, 10 mg sind doch schon mal ein guter Anfang! Lass Dir Zeit mit dem Absetzen – auf ein paar Wochen mehr oder weniger kommt es nach dieser Zeit ja nicht darauf an. Und wenn Du merkst, dass es ohne doch nicht so gut läuft, dann nimmst Du die Medis halt wieder. Diese Option habe ich ja auch immer noch im Rücken, sollten alle Stricke reissen. Mein Doc weist mich immer mal wieder mehr oder weniger dezent darauf hin. :o)
      Ja, es wird bestimmt alles gut!
      Liebe Grüsse
      Charlotte

      • Eva 9. Mai 2014 um 04:35 #

        meine Dosis war eh auf dem Minimum..also bei 20mg, bzw. jetzt 10mg. Habe auch schon gemerkt, wie die Emotionen eher wieder hochkommen, und die Aengste. Deswegen nahm/nimm ich das Fluctine auch, auf die Dauer kann man ja keine Benzos schlucken, wie du sicherlich weisst, also verschreibt man den Patienten mit einer generalisierten Angststörung (war die erste Diagnose vor Borderline) eben AD. Lange Geschichte.
        Denke, ich muss micht heute in den Arsch beissen und endlich mit dem AT anfangen, regelmässig. Einmal musste ich auch plötzlich weinen. Das kenn ich aber schon von früherem Absetzen. Aber so weit, so gut. Diesesmal geb ich nicht so schnell auf, sofern es zumutbar ist bzw. bei Selbstmordgedanken das wär dann ein deutliches Zeichen für mich. Daon bin ich aber zurzeit wet entfernt, da ich (noch) eine Zukunft sehe.

      • Charlotte 9. Mai 2014 um 21:48 #

        Setze Dich wege des Autogenen Trainings nicht zu sehr unter Druck. Lieber weniger oft, dafür stetig, als ab und zu gehäuft. Habe ich bei mir selber auch festgestellt: bei zu viel Druck ist die ganze Wirkung sozusagen im A***. ;-)
        Liebe Grüsse
        Charlotte

  2. nandalya 8. Dezember 2013 um 11:53 #

    Mit solchen Medikamenten kenne ich mich nicht aus. Aber ich hatte mich kurz darüber eingelesen. Gruselig, was die anrichten können. In den USA schlucken offenbar die Hälfte aller Amerikaner solche Pillen. Dort hätte man mich vermutlich schon als Kind auf Ritalin gesetzt. Stattdessen hat mein Papa mit diesem zornigen, kleinen Mädchen das einzig Richtige gemacht: Er hat mich trainiert ;-) Ich hatte solchen Spaß meine Wildheit umzusetzen, dass ich danach fast ein liebes Mädchen war.

    Treibst du noch Sport? Für mich ist er nach wie vor ein unverzichtbarer Bestandteil meines Lebens. Sport IST quasi Leben für mich. All die freigesetzte Energie, das Körpergefühl, die wohlige Müdigkeit danach, das alles ist ein Teil von mir. Ich drücke dir die Daumen, dass du die Absetzphase gut überstehst!
    LG

    • fiirvogu 8. Dezember 2013 um 18:15 #

      Rückblickend hätte ich mir als Kind wohl gewünscht, dass meine Eltern nicht solche Sportmuffel gewesen wären und mich von meinen Büchern weggezerrt hätten. Ich bin erst recht spät zum Sport gekommen – erst Karate, danach Volleyball und dann Laufen. Bis vor zwei Jahren (bis zu meiner Knieoperation) bin ich Halbmarathon gelaufen und regelmässig in den Bergen „rumgeturnt“. Ich habe es geliebt, meinen Körper an seine Grenzen zu treiben. Für mich war das ein gutes Ventil und eine gute Art, mich zu entspannen. Ohne Sport wäre mein kompletter Zusammenbruch wohl viel früher gekommen. Momentan mache ich gar nichts mehr und ich finde das selber ganz fürchterlich. Auf meiner „ich-tue-mir-was-Gutes“-Liste steht Sport deshalb auch ganz weit oben. Aber noch habe ich den Punkt nicht erreicht, meinen inneren Schweinehund zu überwinden. Der ist in den letzen paar Jahren nämlich ziemlich stark und äusserst unverschämt geworden. ;-)
      Liebe Grüsse
      Charlotte

      • nandalya 8. Dezember 2013 um 18:56 #

        Karate ist nach einer Knieoperation vermutlich kontraproduktiv. Ich könnte dir Wen-Do, Aikido, oder Wing Chung Kung Fu empfehlen. Wie du siehst bin und bleibe ich die „Kämpferin“ ;-)

        Weißt du, den Schweinehund kenne ich nicht. Mich treibt es jeden Tag zu einer Aktivität. Es ist kein Zwang, aber gehört zu meinem Leben dazu. Einfach ein Teil davon, wie Schlafen, oder Essen. Vielleicht kannst du dich im neuen Jahr wieder dazu überwinden. Du bist Frau, du kannst das!
        LG

      • fiirvogu 9. Dezember 2013 um 20:26 #

        Ins Wing Chung habe ich vor knapp 10 Jahren mal reingeschnuppert. Wäre ev. tatsächlich eine Variante.
        Schön, dass Du den Schweinehund nicht kennst. Meiner heisst vermutlich „Ehrgeiz“. Ich habe vor 1.5 Jahren mal wieder einen Laufversuch gestartet und bin daran gescheitert, dass ich meine schlechte Kondition nicht mit meinen alten Leistungen in Einklang bringen konnte. Möglich, dass ich das heute besser im Griff hätte/habe. :-) Im neuen Jahr wird Sport auf jeden Fall ein Thema sein…!
        Liebe Grüsse
        Charlotte

      • nandalya 9. Dezember 2013 um 23:18 #

        Ich kam im zarten Alter von 5 durch meinen Papa zum Sport. Er hat mich im Karate, Aikido und Kendo unterrichtet. Das ist 25 Jahre her ;-) Aufgehört habe ich damit nie. Nur vor 1 1/2 Jahren Karate gegen Wing Chun getauscht. Yuki und ich gehen zur Zeit 3 x pro Woche ins Training. Wir joggen aber auch ab und an. Und manchmal erlebt man mich einfach im Wohnzimmer bei irgendwelchen Übungen :D Ich werde im neuen Jahr mal pieksen und schauen, was du so machst :P

      • fiirvogu 10. Dezember 2013 um 12:54 #

        Braver Papa, hat er gut gemacht!
        Pieks Du ruhig – wirst schon sehen… :-p Bald bin ich wieder ein „schlanks Häseli“.

  3. giftigeblonde 7. Dezember 2013 um 19:24 #

    Charlotte du schaffst das! Du kriegst das Gift sicher bald raus aus deinem Körper und dann wirst du wie neugeboren sein.
    Bis dahin wünsche ich dass die Nebenwirkungen des Absetzens sich im Rahmen halten!

    • fiirvogu 7. Dezember 2013 um 23:38 #

      Danke Dir, das hoffe ich auch. Momentan bin ich gerade in eine neue Phase getreten, in die Melancholie-Phase. Bin am Filme schauen und bei allem, was auch nur ein bisschen traurig, schön oder was auch immer ist, kann ich gleich mal heulen. Das finde ich selber total doof und lächerlich, aber ich kann es gerade nicht steuern. Schon krass, was so ein AD in einem Hirn bewirken kann…
      Herzliche Grüsse
      Charlotte

      • giftigeblonde 8. Dezember 2013 um 10:53 #

        Naja diese Medis sind schon keine Zuckerpillen, da ist einiges drinnen, was gut ist wenn man das was drinnen ist benötigt. Aber du brauchst das nicht mehr,..und deshalb muss erst das Gift raus!

      • fiirvogu 8. Dezember 2013 um 13:32 #

        Auf jeden Fall weiss ich jetzt, dass ich ganz bestimmt keine Placebo geschluckt habe. :-D Ich habe das Gefühl, dass es mir heute etwas besser geht. Werde nachher einen kleinen Frischluftversuch unternehmen. Nur zu Fuss und nur in der Nähe des Häuschens, aber immerhin…

      • giftigeblonde 8. Dezember 2013 um 13:33 #

        Mach das, aber pass auf auf dich liebe Charlotte!
        :-)
        Das Bild von deinen holzigen Krippenfiguren finde ich klasse!
        Also diese Klötze!

      • fiirvogu 8. Dezember 2013 um 18:21 #

        Habe aufgepasst. :-) Und bin heil wieder angekommen.
        Gell, die puristische Krippe ist gut?! Reduced to the Max, so gefällt mir das! Richtige Holzklötze eben… :-D

      • giftigeblonde 9. Dezember 2013 um 17:00 #

        Die ist genialst!!

      • fiirvogu 9. Dezember 2013 um 20:55 #

        :-)

  4. annaarbeit 7. Dezember 2013 um 18:38 #

    Du hast das Absetzen aber mit Deinem Arzt besprochen, oder?

    Ich sehe AD – wenn sie funktionieren – wie Blutdruckmittel. Schöner wäre es ohne, aber wenn es ohne schlechter läuft, warum soll man darauf verzichten? Letztlich ist eine Depression unbehandelt lebensgefährlich.

    • fiirvogu 7. Dezember 2013 um 23:33 #

      Nein, habe ich nicht mit meinem Arzt besprochen. Ist mein Körper und mein Leben – da entscheide ich selber darüber. So oder so habe ich das Zeug schon viel zu lange geschluckt.
      Verstehe mich nicht falsch: wer sich mit den Medikamenten besser fühlt, soll sie nehmen. Das finde ich auch gut. Aber ich bin ein ganzes Leben lang ohne ausgekommen. Mir ging es zwar nicht gut. Aber das lag nicht an den fehlenden Medikamenten, sondern daran, dass ich ein Leben gelebt habe, das mir nicht entspricht. Dass ich mich einer Gesellschaft angepasst habe, der ich mich nicht anpassen möchte, weil sie mich krank macht. Und dass ich mich und meine Emotionen total vergraben habe.
      Wenn ich nun in mein neues Leben starte möchte ich das in „vollem Bewusstsein“ tun. Und nicht mit der Befürchtung, dass ich mir selber etwas vormache, weil irgendwelche Medikamente meinem Gehirn irgendetwas vorgaukeln.
      Liebe Grüsse
      Charlotte

  5. anja 7. Dezember 2013 um 17:51 #

    Ein wunderschönes Foto für einen eher unschönen Zustand. Ich wünsche Dir gute Besserung, Kraft und Durchhaltevermögen! Liebe Grüsse Anja

    • fiirvogu 7. Dezember 2013 um 23:26 #

      Liebe Anja, vielen Dank! Vorallem das Durchhaltevermögen kann ich brauchen. :-)
      Herzlicher Gruss
      Charlotte

  6. Anneliese 7. Dezember 2013 um 15:48 #

    Ja solche Medikamente sollten nicht aufeinmal abgesetzt werden sondern Schritt für Schritt die dosis verringern.

    • fiirvogu 7. Dezember 2013 um 17:19 #

      Ich weiss, dass empfohlen wird, solche Medikamente auszuschleichen. Aber erstens bin ich nicht der Typ für’s Ausschleichen, zweitens war meine Dosis nicht (mehr) so hoch, dass eine grosse schrittweise Reduktion möglich wäre und drittens ist auch beim Ausschleichen nicht garantiert, dass es zu keinen Absetzsymptomen kommt. Insofern ist das momentan zwar sehr lästig, aber schon ok so, wie es ist.

  7. Britta 7. Dezember 2013 um 15:06 #

    Das klingt ja gruselig1 Sicher ists besser, daheim zu bleiben!
    Ich wünsche Dir ganz viel Mut und Kraft und Durchhaltevermögen für die nächsten… Tage?… Ohjeh…
    Herzliche Grüße,
    Britta

    • fiirvogu 7. Dezember 2013 um 17:15 #

      Fühlt sich auch etwas gruselig an. Aber da ich weiss, woran es liegt, relativiert sich das wieder. Danke für Deine Mutmacher! Ich hoffe, dass das Thema bald durch ist.
      Ganz liebe Grüsse
      Charlotte

  8. Eva 7. Dezember 2013 um 14:53 #

    Ich hatte sogar für ein paar Tage Brain Zaps und leichte Hallus Ich wünschte, ich könnte meine SSRI auch eines Tages wieder absetzen. Bisher ging es mir jedesmal nach einiger Zeit wieder schlechter (Angstzustände, Depressionen). Aber ja, es heisst ja immer so schöne, Antidepressiva würden nicht süchtig machen…

    Ich wünsch Dir viel Glück, wirst es sicher schaffen. Ich hänge wohl schon zu lange an diesen verd… Pillen.

    • fiirvogu 7. Dezember 2013 um 17:12 #

      Danke für Deine Worte! Ich denke schon, dass ich das schaffen werde. In meinen Augen sind AD auch nur Symptombekämfungsmittel, die langfristig eher schaden, als nützen, deswegen wollte ich eigentlich nie welche nehmen. Wichtig ist doch, dass ich mein Verhalten und meine Sichtweise ändere und lerne, mit meinen „Defiziten“ umzugehen und vor allem, auf mich zu hören. Inzwischen denke ich, dass ich den Punkt erreicht habe, dass ich das kann. Und in mein Studium will ich ohne Medikamente, Nebenwirkungen und Absetzsymptome starten.
      Hadere nicht damit, dass Du ohne die Pillen (im Moment) nicht kannst. Wenn sie für Deine Psyche gut sind, dann ist das doch ok. Hauptsache, Dir geht es gut! :-)
      Liebe Grüsse
      Charlotte

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