Das Vorstellungsgespräch

18 Nov

Das Vorstellungsgespräch ist recht gut gelaufen heute. Ich war überhaupt nicht nervös, was ich als sehr angenehm empfunden habe. Es scheint mir gut zu tun, wenn ich den Leuten die Person zeige, die ich tatsächlich bin und nicht eine Person, die ich darstelle. Möglich, dass mir meine Ehrlichkeit den Zugang zu einigen Jobs von Anfang an verwehrt. Aber das sind dann auch nicht die richtigen für mich. Ich will mich nicht mehr verstellen – NIE mehr. Klar, wird es auch mal Situationen geben, in denen ich «gute Miene zum bösen Spiel» machen muss. Das ist ja normal und gibt es immer mal wieder. Aber das sollen die Ausnahmen bleiben. Damit kann ich leben.

Nun gut, zurück zum Vorstellungsgespräch. Die beiden Damen waren sehr angenehm, das Gespräch aufschlussreich und alles Möglichkeiten offen. Die Arbeit wäre bestimmt interessant – gerade auch deswegen, weil ich im Umfeld von Menschen mit kognitiven und affektiven Störungen arbeiten könnte, was wunderbar zu meinem Psychologiestudium passen würde. Nur: das Gehalt ist sehr, sehr niedrig. Zu niedrig, als dass ich mit einem 60%-Pensum meinen Lebensunterhalt verdienen könnte. Selbst wenn ich von einer Stiftung noch Beiträge erhalten würde – diesen «Fehlbetrag» werde ich vermutlich nicht auftreiben können. Trotzdem überschlafe ich das jetzt mal zwei Nächte und melde mich am Mittwoch – wie ausgemacht – bei der HR-Leiterin.

Noch immer sind die Antworten von neun Stellen, bei denen ich mich beworben habe, ausstehend. Möglich, dass da noch etwas kommt. Möglich aber auch, dass mit den Absagen länger gewartet wird als üblich, um mich nicht vor den Kopf zu stossen – wer weiss das schon. Bis heute sind mir wieder vier Inserate aufgefallen, bei denen ich mich morgen bewerben werde. Irgendwann wird es schon klappen, denke ich (hoffe ich).

Nach dem Vorstellungsgespräch habe ich im Büro angerufen, um mich abzumelden – für knapp 1.5 Stunden hat sich das in meinen Augen einfach nicht mehr rentiert. Ausserdem war unten Nebel und bei mir oben wunderbar Sonne bei 13 Grad, was direkt danach schrie, noch etwas im Garten zu werkeln.

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Mit dieser Ernte ist das Gartenjahr 2013 nun wohl endgültig beendet. Bald wird es Zeit, rund um das Haus die Adventszeit einzuläuten. Darauf freue ich mich wirklich, auf das dekorieren. Umso mehr, weil hier oben noch Schnee zu erwarten ist. Es geht doch nichts über eine Adventszeit mit Schnee. Die Kisten mit dem Adventskram stehen auf jeden Fall schon ganz vorne auf dem Dachboden und warten darauf, von mir ausgepackt zu werden.

Jetzt freue ich mich aber erst einmal auf mein Abendessen: eine kräftige Gemüsesuppe mit Siedfleisch und Markknochen. Da das Fleisch aus dem Tiefkühler kam, ist die Garzeit länger, als normal. Und ich verhungere hier langsam vor mich hin…

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10 Antworten to “Das Vorstellungsgespräch”

  1. Eva 20. November 2013 um 05:45 #

    Hoert sich wirklich gut an.

    • fiirvogu 20. November 2013 um 08:22 #

      Naja, bedingt: das Gespräch war gut, das Ergebnis eher ernüchternd. ;-)

  2. desweges 19. November 2013 um 13:45 #

    Bei Tupper habe ich auch gelernt: Sag was du willst und du bekommst was du willst! – brauchte lange um das beim Werben für neue Berater umzusetzen – aber dann hab ich es gewagt und siehe da…. es hat funktioniert.

    Das hat mich echt fasziniert und war für mich eine gute Erkenntnis. Seit da versuche ich das immer öfter – mit recht gutem Erfolg. Das Authentische ist meiner Meinung nach sehr wichtig.

    Ich wünsche dir viel Glück, das du noch ein besseres Angebot bekommst. LG desweges

    • fiirvogu 20. November 2013 um 08:20 #

      Naja, das mag funktionieren, wenn man Leute einstellt. Wenn man eine Stelle sucht, ist es schon nicht (mehr) ganz so einfach – dafür ist die Anzahl an Bewerbern einfach zu hoch. Aber authentisch werde ich bleiben – so oder so. Irgendwann klappt das schon mit einer Stelle; momentan ist der Druck ja noch nicht so riesig…
      Liebe Grüsse
      Charlotte

  3. blumenelfe 19. November 2013 um 08:17 #

    Puh, schön dass das Gespräch so gut lief, allerdings sieht der Verdienst wirklich nach einem Problem aus. Schade, wenn Dir der Job ansonsten gefallen hätte & es zum Schluss womöglich nur daran scheitert.
    Allerdings macht es in meinen Augen wenig Sinn eine Stelle anzunehmen, bei der Du ständig unterbewusste Ängste hast, weil es finanziell eigentlich einfach nicht klappt.
    Ich drücke meine Daumen weiterhin!

    • fiirvogu 20. November 2013 um 08:17 #

      Das ist lieb, mit dem Daumen drücken. Ängste wegen dem Verdienst habe ich eigentlich nicht. Nur die Einschränkungen, bzw. Kompromisse werden für mich dann zu gross und das ist für mich momentan nicht akzeptabel, da kontraproduktiv.

  4. mundo2imaginario 18. November 2013 um 22:12 #

    Hört sich doch erstmal gut an und wenn Du ein gutes Gefühl nach dem Vorstellungsgespräch hast, ist noch besser. Ich mach auch nicht mehr den Kasper bei Vorstellungsgesprächen. In meiner Branche laufen solche Gespräche sowieso obersteif ab, aber diesen ganzen gezüchteten Kram tue ich mir nicht mehr an. Entweder klappt es oder die Firma soll jemanden anderes nehmen. Mit dem Verdienst kann ich verstehen. Wenn es zum nächsten Gespräch kommt, einfach ansprechen. Drücke Dir die Daumen!

    • fiirvogu 20. November 2013 um 08:15 #

      Das sehe ich inzwischen genau so, wie Du. Beim Verdienst bei dieser Stelle ist halt wirklich das Problem, dass ich branchenfremd bin. Aber dass deswegen so viel weniger dabei rumkommen soll, ist schon krass. Naja, einen Versuch war es wert, aber ich werde b.a.w. nun doch i meinem angestammten Beruf suchen und arbeiten, bis ich den Bachelor habe. :-o
      Danke für’s Daumen drücken – kann ich echt gebrauchen.
      Lieber Gruss
      Charlotte

  5. giftigeblonde 18. November 2013 um 19:49 #

    Danke für deinen Bericht liebe Charlotte, war nur weg, die Katzis füttern, die wir betreuen.

    Es ist halt sicher nicht sinnvoll einen Job anzunehmen der dich in den Ruin treibt,..aber gut dass das Gespräch gut gelaufen ist.
    Bin neugierig ob die anderen auch noch in die Gänge kommen, mit Antworten auf deine Bewerbungen.

    Du freust dich also schon auf den Schnee? Ich schick dir unseren falls er früher da ist gggggg.
    Liebe Grüße Sina

    • fiirvogu 18. November 2013 um 20:11 #

      Die haben so Glück, die beiden Fellnasen, dass sie Dich haben!
      Du hast Recht, es bringt nichts, wenn ich einen Job mache, bei dem ich dann gestresst bin, weil ich nicht genug verdiene – das ist kontraproduktiv. Natürlich hoffe ich insgeheim, dass von den ausstehenden Bewerbungen noch eine Einladung kommen würde. Aber nu, das habe ich nicht in der Hand.

      Naja, auf den Schnee freuen ist vielleicht ein wenig übertrieben. Aber wenn Winter, dann mag ich ihn lieber mit Schnee. Und im Advent mit den ganzen Lichtern und Kerzen und was weiss ich finde ich Schnee halt schon sehr schön. Auch Weihnachtsmärkte sind mit Schnee sofort viiiiiiel schöner. :-) Ab 1. Dezember darfst Du mir den Schnee also gerne schicken…

      Liebe Grüsse und einen schönen Abend
      Charlotte

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