Aufbautraining vor dem Aufbautraining

16 Sep

In drei Wochen beginnt auch für mich der Ernst des Lebens wieder. Nachdem ich ein Jahr lang krankgeschrieben war, beginnt am 7. Oktober mein Aufbautraining, um zu schauen, ob und wie leistungsfähig ich wieder bin. Dass ich mir darüber so meine Gedanken mache, ist vermutlich normal. Ich hoffe natürlich, dass ich im Aufbautraining merke, dass ich wieder Leistung erbringen kann. Dass ich den Alltag sowohl auf Arbeit als auch zuhause stemmen kann. Und dass ich dementsprechend bereit bin, um eine Umschulung in Angriff zu nehmen. Und gleichzeitig ist bei mir im Hinterkopf diese Angst, dass ich es nicht packe. Das mir alles zu viel wird. Das mein Kopf nicht funktioniert. Dass ich mich nicht konzentrieren kann, am Morgen nicht aus dem Bett komme, abschweife, die Leute nicht ertrage, etc.

Pflichtbewusst, wie ich bin (ich kann halt nicht aus meiner Haut), habe ich mir deshalb ein Aufbautraining vor dem Aufbautraining auferlegt. Seit zwei Wochen versuche ich deshalb, jeden Morgen (ausser am WE) um 5.30 Uhr aufzustehen, danach gleich mein Achtsamkeitstraining zu absolvieren, um mich für den Tag vorzubereiten. Ich mache das auch deswegen, weil ich herausfinden will, wie viel Zeit ich am Morgen brauche, um den Tag entspannt beginnen zu können und was ich am Abend alles vorbereiten sollte, um am Morgen weniger in Stress zu kommen. Wie zu erwarten war, läuft es mit dem Aufstehen oft noch etwas harzig. Aber es wird – denke ich. Nur die Müdigkeit durch den Tag kann ich noch nicht so recht in den Griff bekommen. Oft genug übermannt mich den Tag durch eine bleierne Schwere, die mich zum Schlafen zwingt. Die totale Erschöpfung. Naja, drei Wochen habe ich ja noch.

Und dann gibt es so Morgen, wie heute, an denen ich gut aufstehe, voller Motivation meditiere und dann runter in die Küche komme, um meinen Fellnasen das Frühstück zu bereiten und mir einen Tee aufzubrühen. Beim ersten Schritt tappe ich in etwas Klebriges rein. Uuääh, eklig. Was ist das denn? Und auch beim zweiten Schritt bleibe ich am Boden hängen. Und ich sehe, wie die Motivation winkend um die nächste Ecke verschwindet. Da sind überall schwarze, klebrige Tappen. Muss ja nicht zweimal fragen, von wem die wohl sind. Und mir wird auch schnell klar, wie die in meine Küche kommen: Freitag hat ein Glas mit Honig umgekippt, ist in seiner Neugierde reingetrampelt, hat mit den klebrigen Pfoten noch eine Runde in der Asche vor dem Herd gedreht und ist dann friedlich durch die Küche spaziert. Und ich bleibe dann kleben. Na toll. Was lehrt mich das? Ich muss lernen, wegen solchen Kleinigkeiten nicht gleich in die Defensive zu geraten und die Motivation zurückzuhalten, wenn sie abhauen will. Leichter gesagt, als getan, aber mindestens versuchen sollte ich es. Denn es wird noch viel nicht so laufen, wie ich es gerne hätte, also sollte ich mich mindestens von Kleinigkeiten nicht so irritieren lassen.

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Beweisstück #1

Inzwischen hat sich die Motivation wieder eingekriegt. Mein erstes Pint Tee ist bereits weggeschlabbert, die Küche entklebt und Freitag liegt – mit sauberen Pfoten – auf meinen Beinen und schnurrt zufrieden vor sich hin.

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15 Antworten to “Aufbautraining vor dem Aufbautraining”

  1. Christina 17. September 2013 um 06:17 #

    Der auf Arbeitsflächen und Herd herumflanierenden Katzen wegen habe ich immer einen großen Kuchenrost parat, den ich nach dem Kochen über die noch heißen Herdplatten stelle… Als Katzenmensch wird man erfinderisch. ;-)

    Liebe Grüße…

    • fiirvogu 17. September 2013 um 09:43 #

      Das ist in der Tat eine gute Idee. Da ich jedoch eine chaotische Köchin bin und es bei mir nach dem Kochen im aussieht wie Sau, kommt das für mich leider nicht in die Frage. :-(

  2. zentao 16. September 2013 um 20:42 #

    was immer kommt – lass es kommen – und mach Dich nicht selber verrückt – die grössten Erwartungen, hast Du – nämlich an Dich selbst – es ist nur normal, das nicht alles so läuft wie Du möchtest –
    nur Mut – es kommt schon gut
    Liebe Grüsse zentao

    • fiirvogu 16. September 2013 um 21:17 #

      Ich danke Dir für die aufbauenden Worte. Ich weiss, dass ich mein grösster Gegner bin. Das war schon immer so. Aber im Gegensatz zu früher weiss ich das nun und arbeite daran, mich nicht so unter Druck zu setzen. Manchmal mit grösserem Erfolg, manchmal ohne Erfolg. Kommt Zeit, kommt Rat. Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worde. :-)
      Liebe Grüsse
      Charlotte

  3. Soleluatique 16. September 2013 um 18:30 #

    Ich denke es ist normal dass du Respekt vor dem Neustart hast. Und ich denke jeder kriegt einen Anfall, wenn er um diese unsägliche Uhrzeit in eine Honigfalle tappt :) Drücke die Daumen!

  4. Eva 16. September 2013 um 17:40 #

    wobei nein stimmt nicht zum Wandern natürlich schon ;)

    • fiirvogu 16. September 2013 um 19:41 #

      Stimmt, da muss es manchmal noch früher sein…

  5. Eva 16. September 2013 um 17:39 #

    haha der Klassiker :-) @ Freitag

    Von mir auch …alles Gute. Boah ich würde nie im Leben freiwillig um 5.30 aufstehen.

    • fiirvogu 16. September 2013 um 19:40 #

      Ich danke Dir. :-) Ja, 5.30 ist schon irgendwie früh. Aber wenn ich dann um 7.30 auf der Arbeit antanzen muss, dann brauche ich die Zeit. Und besser, ich gewöhne mich jetzt bereits wieder daran, als dann von jetzt auf gleich – das würde nicht gut gehen.

  6. giftigeblonde 16. September 2013 um 12:09 #

    Ich wünsch dir alles Gute für dein Vortraining und natürlich für die Zeit danach, den Ernst des Lebens.
    Freitag wollte halt auch mal Honigpfoten haben;-)

    • fiirvogu 16. September 2013 um 19:36 #

      Danke! :-) Jaja, der Freitag. Irgendwann wird er sich seine Pfoten grausam verbrennen, weil er sie überall reinhalten muss.

      • giftigeblonde 16. September 2013 um 20:15 #

        Dann wird er es sich merken!
        Unser verstorbener Grisu wollte als kleines Kätzchen immer in der KÜche auf der Küchenplatte und natürlich da wo der Herd ist rumflanieren.
        Bis er einmal auf eine noch heiße trat.
        Nie wieder ist er auf die Küchenflächen gehüpft!

      • fiirvogu 16. September 2013 um 21:15 #

        Ja, aus Schaden wird man klug – sollte man meinen. Nur Freitag scheint manchmal Ähnlichkeiten mit mir aufzuweisen und den gleichen Fehler mehrmals zu machen. Ich würde ihm eine verbrannte Pfote ja gerne ersparen!

      • giftigeblonde 16. September 2013 um 21:20 #

        Hätte ich auch gerne erspart, aber der war so schnell, so schnell konnte ich gar nicht schauen, und wir haben keine Türe zwischen der Küche und dem angrenzendem Raum.
        Dein Kätzchen passt halt zu dir, und das ist gut so :-)

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