Von der Bouillabaisse gerettet

5 Aug

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So weit hergeholt ist das gar nicht. Ich war ja heute den ganzen Tag auf Achse. Nachdem ich im Zug mehr als schlecht geschlafen hatte, war mir am Morgen eigentlich nach einem schönen Frühstück. Nur leider gab es im Zug weder das Bauernfrühstück, das auf der Karte stand, noch die Croissants. Ich musste mich mit einem scheusslichen Kaffee, einem trockenen Brötchen und – immerhin – einem Orangensaft begnügen. Nach dem Einchecken im Hostel kam die Alsterrundfahrt, bei der ich mehrheitlich stand, weil sonst auf jedem Bild irgendwelche Arme, Köpfe oder die Reling zu sehen gewesen wäre. Danach schaufelte ich in Rekordzeit eine kleine Portion Kartoffelsalat mit Wienerwürstel in mich rein (ich mag diese Würste eigentlich nicht so, aber was soll’s: der Hunger treibt’s rein) und trabte mit neuer Energie endlos lange durch Planten un Blomen, schlenderte durch die Speicherstadt und hetzte zu guter Letzt in den Saturn, um mir einen Adapterstecker zu kaufen. Zurück im Hostel war ich platt wie eine Flunder und wenn ich den Wecker nicht gestellt hätte, wäre bei mir um 18 Uhr wohl Lichterlöschen gewesen.

So aber quälte ich mich noch einmal hoch, um in Blankenese das Treppenviertel und den Sonnenuntergang zu suchen. Das Treppenviertel habe ich gefunden, den Sonnenuntergang nicht. Nachdem ich gefühlte 10’000 Treppenstufen hoch und runtergerannt bin, gönnte ich mir auf dem Süllerberg ein Alsterwasser und dachte mit Grauen daran, dass ich den ganzen Weg zurück zur S-Bahn unter die Füsse nehmen muss. Zum Glück gibt es die freundlichen Hamburger, die sich meiner erbarmten und mich mit dem Auto direkt vor den Bahnhof chauffierten. Hut ab! Inzwischen war nach 21 Uhr und mein Magen hing mir schon ziemlich tief in den Kniekehlen. Der Plan war, in der Speicherstadt etwas essen zu gehen. Nicht berücksichtigt hatte ich dabei die Tatsache, dass die Küchen um 22 Uhr ihre Tore dicht machen. Alleine im «Schönes Leben» hatte man Mitleid mit einer ausgehungerten Schweizerin und servierte mir eine leckere Bouillabaisse mit Brot und einer Aioli-Sauce. Ich glaube, so etwas Gutes habe ich schon lange nicht mehr gegessen. :-)

Mein Fazit zum ersten Eindruck in Hamburg: Die Leute hier sind wirklich sehr, sehr freundlich, hilfsbereit und aufmerksam. Und: in der Innenstadt scheinen am Abend die Bürgersteige hochgeklappt zu werden. Es ist nichts, aber gerade wirklich nichts los. Nicht dass mich das sonderlich gestört hätte – ich mag es ja gerne ruhig. Aber etwas irritiert war ich deswegen schon. Mal schauen, ob ich mir an einem der Abende St. Pauli und Co. antun mag. Für heute habe ich erst einmal genug. Meine Füsse haben keine Lust mehr, auch nur noch einen einzigen kleinen Schritt zu tun. Und diesen Gefallen mache ich ihnen gerne. ;-)

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2 Antworten to “Von der Bouillabaisse gerettet”

  1. Martina Doll 5. August 2013 um 23:17 #

    Dabei nicht zu vergessen, das Hamburger Telefone anscheinend die Schweizer Anbieter nicht konnekten. Tut mir so leid, bei mir wärst du nicht halb verhungert und wo die Sonne untergeht, weiß ich auch, Planten und Blomen, Alster etc. haben wir auch gesehen…Blankenese nur von der Wasserseite. ..DIE Stufen mochte ich nicht mehr laufen…. Und es ist sehr wohl Einiges los abends in HH. Nur woanders ;-) Ganz woanders. jedenfalls wünsche ich dir jetzt eine wirklich gute Nacht und ein noch besseres Frühstück!

    • fiirvogu 6. August 2013 um 00:04 #

      :-) Wir werden uns schon noch finden, die Tage. Werde morgen mal ein ernstes Wörtchen mit meinem Netzprovider sprechen – da scheint es irgendwo zu haken. Aber mit Whatsapp funktioniert es ja. Bin schon wieder eingenickt über meinem Notebook – jetzt ist wirklich Zeit für’s Bett. Melde mich morgen.
      Dir auch eine gute Nacht und liebe Grüsse
      Charlotte

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