Wie alles begann

12 Jun

Hallwilersee

Neben vielen negativen Seiten hat das Umziehen ja durchaus auch seine positiven Seiten. Zum Beispiel die, dass Dinge zum Vorschein kommen, die man längst vergessen hat. So auch dieses Foto, das sozusagen der Auslöser ist, warum ich überhaupt fotografiere.

Entstanden ist dieses Bild, als ich ca. 11 Jahre alt war. Zu dieser Zeit gab es bei uns für Schüler im Urlaub Freizeitangebote, die man für wenig Geld buchen konnte. Das ganze hiess – so weit ich mich erinnern kann – Ferienpass. Ich und/oder meine Eltern hatten mich damals zu einem 5-tägigen Fotokurs am Hallwilersee angemeldet. Über den Kurs selber weiss ich nicht mehr viel. Nur, dass ich da mit der alten Minolta meiner Mutter viel über die Grundlagen der Fotografie gelernt habe, schwarz-weiss-Filme entwickelte und Bilder vergrösserte und zum Teil auch von Hand colorierte. Dieses Bild und ein anderes, das ich leider verschenkt habe, waren die zwei, die am letzten Tag in einer kleinen Ausstellung aller Teilnehmer gezeigt wurden. Es ist sozusagen der Grundstein meiner fotografischen Weiterentwicklung, denn seit diesem Kurs habe ich oft und gerne fotografiert. Viel mehr noch: die Fotografie wurde eine grosse Leidenschaft von mir.

Zwischenzeitlich vertiefte ich meine Kenntnisse dann auch in einer einjährigen Fotoschule, verdiente den einen oder anderen Franken mit Portraits, Aktbildern und Hochzeitfotografie. Und dann habe ich den Sprung auf die Digitalfotografie nicht geschafft. Zu Beginn war es die lausige Bildqualität der ersten Kameras, die mich davon abhielt. Danach die hohen Preise der Kameras, die vernünftige Qualität lieferten. Und dann widerstrebte mir auch die Vorstellung, dass das Fotografieren durch die Digitalfotografie zum simplen Knipsen verkommt, da ein schlechtes Foto schnell mal gelöscht ist oder mit Photoshop & Co. leicht zu einem brauchbaren Bild geschönt werden kann. Mit zunehmendem Digitalfotografie-Druck kam meine umfangreiche Nikon-Ausrüstung mehr und mehr nur noch bei Reisen zum Einsatz, zusammen mit meinem Lieblingsfilm Fuji Velvia ISO (der eine Zeit lang mangels Nachfrage sogar vom Markt genommen wurde *grummel*). Nachdem mir in verschiedenen Labors diverse Filme beim Entwickeln «versaut» wurden, stellte ich zähneknirschend auf eine digitale Systemkamera um und knipste (!) mich so durch das Leben.

Seit ich die Canon 6D mein Eigen nennen kann, ist meine alte Leidenschaft für’s Fotografieren wieder voll aufgeflammt. Und mein Vorurteil, dass Digitalfotografierer alles nur Knipser sind, musste ich schon lange revidieren. Schliesslich habe ich oft genug im Rahmen meines Berufes mit Fotografen zu tun gehabt. Und jetzt muss ich das natürlich auch zu meiner eigenen Ehrrettung sagen. *grins* Denn ich wende für meine Fotos mindestens genau so viel Zeit auf, wie früher mit der analogen Kamera. Und ich geniesse die Tatsache, dass ich eine Blendenreihe schiessen kann, ohne dafür einen Sechstel des Films zu verknipsen. Und wenn mir ein Foto vom Motiv her gut gefällt, die Belichtung jedoch nicht so optimal gelungen ist, dann liebe ich inzwischen die Möglichkeit, dieses Bild in Photoshop zu bearbeiten, damit ich letztendlich doch damit zufrieden bin.

Jaja, und am Anfang steht ein ein einfaches, inzwischen leicht vergilbtes, s/w-Foto…

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4 Antworten to “Wie alles begann”

  1. Eva 29. Juli 2013 um 12:49 #

    ich weiss nicht, irgendwie gefällt mir dieses Bild sehr. Es hat so was sanftes und traurig-schönes.

    • fiirvogu 29. Juli 2013 um 21:25 #

      War halt schon als Kind melancholisch. ;-)

  2. Vormeinerlinse 12. Juni 2013 um 14:04 #

    Das ist ja eine nette Geschichte :) , das Foto ebenso ! Da muß man sich ja nicht über die schönen Fotos hier im Blog wundern ;) , geht eben nichts über eine lange Erfahrung und ein bißchen Grundwissen kann ja auch nicht schaden. Liebe Grüße Anja

    • fiirvogu 12. Juni 2013 um 19:02 #

      Danke für das Kompliment!
      Stimmt schon, Erfahrung und fotografisches Basiswissen erleichtern einiges. Und je länger man fotografiert, desto mehr wird das Auge für spezielle Motive geschärft. Vielleicht werde ich irgendwann mal noch einen Digitalfotografie-Kurs besuchen. Das kann nicht schaden. ;-)

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