Innere Kälte

23 Mai

Der Atem hinterlässt dampfende Wölkchen in der kalten Nachtluft. Der Mond lässt sie silbrig aufsteigen, sich drehend und windend, als wären es meine düsteren Gedanken, die sich weigern, meinen Kopf zu verlassen. Es wird Frost geben, heute Nacht. Aber die Kälte, die klamm durch meine Kleidung mein Inneres ergreifen sollte, bleibt aus. Auch im Haus verändert sich das Temparaturgefühl nicht. Das Holz, das ich heute Nachmittag nachgelegt hatte, ist längstens runtergebrannt, der Ofen ist kalt. Das Thermometer zeigt im Wohnzimmer 17 Grad, im Schlafzimmer gerade mal knappe 15. Ich streife meinen Pyjama über und staune, dass mich beim Umziehen nicht friert. Also gibt es der inneren Kälte doch etwas Positives abzugewinnen: wo Eis ist, kann die Kälte nicht mehr viel anhaben.

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6 Antworten to “Innere Kälte”

  1. Tina 24. Mai 2013 um 11:13 #

    Schön ausgedrückt, aber im Moment wünsche ich mir auch mehr Wärme.

    • fiirvogu 24. Mai 2013 um 21:29 #

      In meinem Häuschen ist jetzt warm, dafür habe ich gesort. Kannst also mit Deiner Fellnase gerne bei mir „Wärmeasyl“ beantragen…….so lange Du nicht nach draussen willst. ;-)

  2. elsuho 24. Mai 2013 um 06:29 #

    Sehr gut beschrieben …

  3. ullli23 24. Mai 2013 um 04:50 #

    „Wo Eis ist, kann die Kälte nicht mehr viel anhaben.“ Sehr schön ausgedrückt!

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