Trybguet

10 Apr

«i bi wie nes trybguet trybe, hals über chopf i dr schtrömig wyt äwäg vom ufer»

Das ist eine Zeile aus dem Lied Trybguet von der Berner Mundartband Patent Ochsner, die momentan zu mir passt, wie die sprichwörtliche Faust auf’s Auge. Die Strömung treibt mich vor sich her, mal über, mal unter Wasser, planlos, den Naturgewalten ausgeliefert und nur ein Ziel ist bekannt  – das Meer. Ich bin da und doch nicht da. Ich mache hier etwas und da etwas und mache doch irgendwie nichts. Alles ganz unwirklich. Ich fühle eine riesige Lust, mich mal wieder zu schneiden, um die Wirklichkeit zu spüren, um für einen kurzen Moment die Kontrolle über mich zurück zu erlangen. Und doch lasse ich es bleiben. Denn die Wirkung würde nicht lange anhalten. Also versuche ich weiter, den Kopf irgendwie über Wasser zu halten.

Über Wasser halten war heute wohl auch das Motto von Freitag. Er hat es das erste Mal geschafft, in die VOLLE Badwanne zu fallen. Bis jetzt hat er es nur in knöcheltiefes Wasser geschafft. Leider war ich nicht mit dabei. Ich habe nur ein riesiges Getöse gehört und dachte mir erst, einer der beiden Racker habe wieder einmal etwas umgeworfen. Wie ich dann ins Badezimmer gekommen bin, ist mir ziemlich schnell ein Licht aufgegangen: vor der Badewanne eine sehr grosse Wasserlache, dann eine nasse Spur quer durch das Badezimmer, durch den Flur, in die Küche, durch das Esszimmer ins Schlafzimmer und von dort ins Wohnzimmer. Und dort sass er dann, mein kleiner doofer Freitag und schaute ziemlich betupft aus der Wäsche. Patschnass bis auf den Kopf. Den hat er anscheinend über Wasser halten können.

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Was für ein saubere Bürschchen. *lach* Das Bad hat der saubere Herr auf jeden Fall eine Zeit lang gemieden. Sogar, wie ich in der Wanne lag. Das kam bis jetzt noch nie vor.

Am Nachmittag war ich heute auch wieder einmal draussen. Hab eine Runde an der frischen Luft gedreht. Wenn die Sonne schon mal zaghaft scheint. Noch liegt in den Hügeln einiges an Schnee. Nicht in den Bergen. Also dort auch. Aber auch in den Hügeln um mich rum. Das ist schon beachtlich fast Mitte April. Dazu habe ich ein paar Vergleichsbilder gefunden von vor 5 Jahren – ziemlich genau zur gleichen Zeit. Die sind während eines Spaziergangs am Bodensee entstanden….auf Schweizer Seite. :-) Ist schon ein ziemlicher Unterschied. Von so schön saftigem Grün sieht man hier momentan noch überhaupt nichts.

Bodensee_2 Bodensee_3 Bodensee_4 Bodensee_5 Bodensee_6

Gestern habe ich viel Zeit mit ricardo verbracht. Einer Online-Plattform, auf der ich meine Sachen versteigern lasse. Das braucht recht viel Zeit, das hätte ich nicht gedacht. Naja, inzwischen habe fast 150 Artikel hochgeladen und ein paar Sachen sind auch schon weg. Wäre natürlich toll, wenn noch mehr weggehen würden. Inzwischen habe ich auch eine Umzugsfirma. Denke ich zumindest. Ich konnte aus fünf Offerten auswählen und habe das – in meinen Augen – attraktivste (nicht billigste) Angebot ausgewählt. Nur noch habe ich keine definitive Bestätigung. Werde morgen wohl mal nachhaken müssen. Schliesslich läuft die Zeit bis zum Umzug nicht lansam, sondern sie rennt geradezu vorbei. Morgen geht es wegen dem Umzug auch noch nach Bern. Ich bringe ein paar Sachen zu meinen Eltern……und nehme im Gegenzug ein paar Sachen mit. Kisten, zum Beispiel. Ein paar habe ich bereits gepackt. Alles sehr langsam und zäh. Aber immerhin…

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7 Antworten to “Trybguet”

  1. strandkrabbe 11. April 2013 um 09:26 #

    Oh, ich hoffe es war nicht zu schlimm mit der Wasserspur durch die Wohnung. ;) Nun weiß er wenigstens wie sich so ein Bad anfühlt. Und vermutlich anhand seiner Reaktion ist davon auszugehen, dass es nicht zu seiner Lieblingsbeschäftigung werden wird.
    Wir konnten Felix einmal bei einem unfreiwilligen Bad im Teich beobachten. So schnell wie er reingefallen war, war er auch wieder draußen. Ich glaube für ihn war es auch der erste und letzte Versuch zu schwimmen.

    Obwohl bei uns noch einige Schneereste liegen, habe ich heute Morgen schon einen Marienkäfer gesehen. Und die Krokusse blühen und Schneeglöckchen und sogar die Vergissmeinnicht. Doch nach Frühling fühlt es sich noch nicht so wirklich an, schon gar nicht, wenn der Nebel so dicht ist wie heute und die feuchte Kälte so durchdringend ist.

    • fiirvogu 11. April 2013 um 13:57 #

      Nein, nein, das Wasser war schnell weg gewischt. Nur aus Freitag werde ich nicht so schlau. Heute wollte er gleich wieder in die Dusche klettern. Entweder macht ihm Wasser nicht wirklich viel aus oder er ist einfach nur ein bisschen doof.
      Ohje, der arme Felix. Der ist bestimmt einem Käfer oder einer Fliege hinterher und dann platsch im Wasser. Was für ein Frust. *smile* Aber wenn er daraus gelernt hat, dann ist er ja ein schlaues Kerlchen.
      Wow, also Marienkäfer gibt es bei uns noch keine. Aber Korkusse, Schneeglöckchen und Primeln sind draussen. Und die Tulpen wachsen auch langsam aber sicher. Ich sag‘ Dir, es wird! :-)

  2. bambibaby2012 10. April 2013 um 22:59 #

    Ohje, armer Freitag :-(

  3. annaarbeit 10. April 2013 um 21:27 #

    Haha, armer Freitag :-D

    So ein Umzug ist Megastress, oder? Ich drücke Dir die Daumen, dass Du alles gut hinbekommst.

    Hier ist immer noch Winter. Endlich immerhin die erste Krokusse (!) in Sicht.

    • fiirvogu 11. April 2013 um 13:40 #

      Vielleich lernt er so, seine Nase nicht immer zuvorderst zu haben. :-) Ja, der Umzug stresst mich total. Und weil ich mich unter Druck setze läuft bei mir noch viel weniger. Und das stresst mich dann noch mehr, usw., usw…
      Wow, Krokusse – wenn da der Frühling nicht auf Vormarsch ist! :-D

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