Ein Lebensabschnitt in IKEA-Taschen

8 Apr

Heute pfeifen die Vögel seit längerem wieder mal in Dur. Daran habe ich schon gar nicht mehr geglaubt. Am Morgen war sogar der Säntis zu sehen. Nur verschwindet der langsam aber sicher wieder im Nebel. Schade. Wobei das nicht so schlimm ist. Es erleichtert mir, mich mit der ungeliebten Tätigkeit «ausmisten» zu beschäftigen.

Obwohl ich denke, dass ich nicht ausgesprochen materialistisch bin, fällt mir das Aussortieren von meinen Sachen sehr schwer. Nicht, weil es mir grundsätzlich leid tut, etwas wegzugeben. Sondern weil an vielen, bzw. an den meisten Dingen Erinnerungen hängen, die mit dem Aussortieren auftauchen. Zum Teil schöne Erinnerunge, zum Teil weniger schöne. Braucht alles viel Zeit – sehr viel Zeit. Inzwischen stehen fünf Ikea-Taschen in meiner Wohnung, gefüllt mit Ware, die darauf wartet abgelichtet und verkauft zu werden. In meinem Kleiderschrank herrscht plötzlich erstaunlich viel Platz. In meinen Schuhschrank habe ich auch Lücken gerissen. Ebenso wie in’s CD- und DVD-Regal. Auf die nächsten Schritte freue ich mich überhaupt nicht, muss ich doch alles noch einmal in die Hand nehmen, möglichst gut präsentieren und nicht der Versuchung erliegen, das eine oder andere wieder an seinen alten Platz zurückzulegen. Obwohl das blödsinnig wäre. Wäre ja nicht der erste Blödsinn in meinem Leben.

An’s Schlafen war gestern überhaupt nicht zu denken. Ich merke, dass mir der bevorstehende Umzug doch ziemlich auf dem Magen liegt. Es ist ja wirklich noch so viel zu tun. Vermutlich hat mein Therapeut mit der vorsichtigen Deutung eines Albtraumes von mir doch Recht: ich fühle mich, wie wenn ich ein Messer am Hals hätte, um etwas zu tun, zu dem ich mich (momentan noch) nicht bereit fühle. Tja, da muss ich durch. Und dabei staune ich immer wieder, wie sich meine Stimmung auf die Katzen zu übertragen scheint. Vor allem auf Freitag. Der war gestern so aufmüpfig. Hat Robinson wieder durch die Wohnung gejagt und ihn geplagt, bis er geknurrt und gefaucht hat. Vermutlich wünscht sich Robinson seinen Bruder manchmal auch da hin, wo der Pfeffer wächst.

Auch heute ist Freitag wieder sehr draufgängerisch. Obwohl ich gehofft habe, dass isch Freitags Mütchen in der Nacht wieder etwas abgekühlt hätte. Naja, was soll’s. Er sitzt momentan einmal mehr im Katzenkorb. Bis jetzt scheint er nicht viel dazugelernt zu haben. Ich sollte mir unbedingt das Buch mit dem Klickertraining reinziehen, das mir mein Papa gemailt hat. Vielleicht wäre das ja etwas für Freitag und mich. Aber auf jeden Fall nicht, bevor wir umgezogen sind. So nach dem Motto neue Wohnung, neues Glück. Oder so ähnlich. Und ich mache weiter mit Fotografieren. Eins weiss ich inzwischen ganz sicher: Produktfotografin für Prospekte wäre das meine nicht. Nächster Artikel, knips. Nächster Artikel, knips. Obwohl das in einem Studio natürlich viel schneller gehen würde. Aber trotzdem… *uff*

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