Uff!

27 Mrz

Das war ein Tag – streng, strenger, am strengsten. Um sechs Uhr hat der Wecker geklingelt. Ein sehr bestimmtes Klingeln, das kein Weiterschlafen zugelassen hat. Da ich erst um zwei Uhr morgens zu Bett ging, fühlte ich mich nicht sehr erholt. Die Kuschelzeit mit meinen Miezen beschränkte ich auf ein Minimum, danach war «rotieren» angesagt. Fertig packen. Wäsche raufholen. Smoothie. Duschen. Katzen eintüten und ins Pfötchehotel fahren. Ooooh, haben die beiden gemaunzt, auf der Fahrt. Das machen sie sonst nicht. Die haben gespürt, dass ich wegfahre. Ein richtig schlechtes Gewissen hat mich überfallen. Ich böse, ich. Das Pfötchenhotel macht aber wirklich einen gute Eindruck. Ich habe die beiden Fellnasen in ihr Zimmerchen gebracht und die Sachen ausgepackt. War das ein Schnuppern und neugierig rumschauen. Die vielen neuen Eindrücke. Die vielen neuen Gerüche. Der Kratzbaum. Der Liegeplatz. Spannend, spannend. Was für eine Erleichterung für mich. Ich hatte so Angst, dass vor allem Freitag Probleme machen würde. Er ist ja so auf mich fixiert.

Auf dem Weg nach Hause habe ich noch rasch die Briefe zur Post gebracht und Lotto gespielt (immerhin 159 Millionen Franken). Zuhause dann abgewaschen, belegte Brote zubereitet, das verderbliche Essen zum Mitnehmen eingepackt, die Wohnung durchgesaugt, kontrolliert, ob alle Stromschienen, der Boiler und die Heizung aus sind und dann ab zum Bahnhof, um die Eltern abzuholen. Punkt 10 Uhr war ich dort. Gepäck ins Auto geschichtet und ab. Das Wetter grau und kalt, im Kopf nur ein Gedanke: ab in den Süden. ;-)

Die A13 war erfreulich leer und mit jedem Kilometer, den die Alpen näher kamen, wurde das Wetter besser. Bis der Anblick einfach umwerfend war: die weiss verschneiten Gipfel vor dem blauen Himmel und unten bereits sanftes Frühlingsgrün. Leider war keine Zeit zum Fotografieren. Naja, Zeit wäre schon gewesen, aber als einzige Fahrerin wollte ich die Strecke möglichst rasch hinter mich bringen. Die kurvige Strecke nach Mesocco ist bei schönem Wetter immer wieder eine Wucht. Auch wenn mich manche Autofahrer fast zur Weissglut bringen. Ratzfatz waren wir dann auch bei Mailand durch, so reibungslos, dass ich nur staunen konnte. Doch dann wurde harzig. Ich merkte, dass ich schon lange nicht mehr solche ausgedehnte Autofahrten unternommen habe. Die Augen wurden schwer, die Konzentration nahm zusehends ab. Noch bis Bologna, noch bis Bologna, betete ich wie ein Mantra hinunter. Bologna ist für mich auf dieser Strecke wie ein Anker. Wenn ich dort bin weiss ich, dass knapp zwei Drittel geschafft sind. Irgendwie sind wir dann heil auf dem Parkplatz eines Autogrills angekommen. Toilettenpause, starker Kaffee, frische Luft und weiter. Inzwischen war mir auch die Tempobeschränkung auf der Autobahn egal. Von wegen Kontrolle. Die meisten waren schneller unterwegs, als ich. Warum nicht mitziehen. Also zügig weiter, bald schon Ancona in Sicht und von da an nicht mehr allzu weit, bis ans Ziel.

Ein grosser Schreck hat mir derweil ein Anruf vom Pfötchenhotel beschert. Ich dachte schon, dass einem meiner beiden Fellnasen etwas passiert sei. Also bin ich bei der nächsten Gelegenheit gleich rausgefahren und habe zurückgerufen. Zum Glück nichts Gravierendes. Anscheinend faucht mein süsser Freitag die Gastgeberin immer an, sobald sie in seine Nähe kommt. Ausgerechnet mein kleiner, verschmuster Freitag. Wie muss der seine Welt nicht mehr verstehen, dass er so kratzbürstig ist. Da habe ich ihn einfach im Stich gelassen. Abgeschoben. Ich böser Mensch, ich. Also gab ich der Dame den Rat, dass sie die beiden erst einmal in Ruhe lassen soll. Einfach nur beobachten, ob sie essen und trinken. Wenn sie das tun, dann ist alles gut. Morgen werde ich nachfragen, ob wie es den beiden geht. Habe halt doch ein schlechtes Gewissen! :-(

Nach gut 8.5 Stunden waren wir am Ziel. Tortoreto. Sehr zu meinem erstaunen. Unter 9 Stunden habe ich die Strecke sonst nur in der Nacht geschafft. Was für eine gute Idee, bereits am Mittwoch zu fahren. Aber erledigt war (bin) ich trotzdem. Meine Schwester war noch nicht zuhause. Mein Papa hat uns ja auch erst gegen 22 Uhr angekündigt. Tja, da hat er mal wieder vergessen, dass ich gerne tief fliege. ;-) Das Wetter zeigt sich leider nicht von seiner besten Seite. Wenigstens ist es einiges wärmer, als in der Schweiz. Ganze 9 Grad. Immerhin. Ausgepackt ist schon alles, der Apéro mit Sekt und leckerer Salami liegt auch hinter mir, wir haben uns alle auf den neuste Stand gebracht, Fotos angeschaut, und langsam (oder eher schnell) aber sicher bin ich absolut bettreif. Kopfkissen, ich komme. Juhui!!! :-)

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5 Antworten to “Uff!”

  1. tausendmal 28. März 2013 um 08:55 #

    Das klingt doch gut. Viel Spaß da unten! :)

  2. mundo2imaginario 27. März 2013 um 23:20 #

    Die Katzen werden sich bestimmt schnell eingewöhnen. So eine neue Umgebung mit so vielen Gerüchen und anderen Tieren ist für die wie Zeitung lesen bei den Menschen. Buonanotte!

    • fiirvogu 28. März 2013 um 22:32 #

      Ich habe heute noch einmal wegen meinen Katzen nachgefragt. Sie lassen sich anscheinend nicht streicheln, fressen aber beide, und trinken. Also kann ich beruhigt sein. Sie haben ja einander, also wird ihnen nicht langweilig werden. :-)

      • mundo2imaginario 28. März 2013 um 22:35 #

        Genau, mach Dir keine Sorgen und geniesse die Tage (trotz Regen).

  3. Cora 27. März 2013 um 23:08 #

    Hab ganz viel Spaß! Wir wünschen dir frohe Ostertage!

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